Was ist Amway (Teil 2)?

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Was ist Amway?

Teil 2

Um zu verstehen, was Amway ist, beginnt man am besten mit der Entstehung von Amway. Als Firma wurde Amway 1959 gegründet. Als Idee und Business Role Model ist es über Jahre entstanden und gereift. Der Weg begann mit einer Idee und führte hin zum beispielgebenden Unternehmen für eine neue, weltumspannende Branche.

 

Die Wurzeln gehen tiefer. In den zwanziger Jahren hielt sich der Amerikaner Carl Rehnborg in Südchina auf. Zu dieser Zeit war weißer, geschälter Reis ein Luxusprodukt, das in wohlhabenden Kreisen verspeist wurde, während die normale, oft arme Bevölkerung normalen, ungeschälten Reis aß. Rehnborg fiel auf, dass die Gesundheit der einfachen Leute oft besser war als die der Reichen. Den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit zu erforschen beherrsche fortan sein Leben.

 

In den dreißiger Jahren kehrte Rehnborg nach Kalifornien zurück und setzte seine Forschungsarbeit in Montebello fort. Es gelang ihm, erste Vitaminprodukte auf den Markt zu bringen. Der große Verkaufserfolg ließ jedoch auf sich warten. Der Wissenschafter Carl Rehnborg war dem Zeitgeist zweifellos zu weit voraus und zudem kein verkäuferischer Mensch. Mit der Hinzuziehung von zwei kalifornischen Marketingberatern wurde das Konzept entwickelt, bestehende Kunden in den Vertrieb einzubinden, indem ihnen Provisionen für die Gewinnung neuer Kunden angeboten wurden. Damit war der Schritt getan weg vom Verkauf über Apotheken und andere Geschäfte, hin zum Direktvertrieb. 

 

Zu diesem Zeitpunkt war Carl Rehnborg's Betrieb ein kleines, aber wachsendes Unternehmen und das Vertriebskonzept weit weg von dem, was andere später als Network Marketing bezeichnen werden. Wichtig ist, die Grundidee war geboren: Zufriedene Kunden akquirieren neue Kunden, kümmern sich um ihre Leute und geben ihnen ihr Wissen über die Produkte weiter. Dafür wird ihnen nach einem raffinierten System eine Provision ausbezahlt, für die der gesamte Gruppenumsatz als Bemessungsgrundlage herangezogen und gerecht aufgeteilt wird.

 

Zwei junge Männer, Rich DeVos und Jay Van Andel, waren Ende der vierziger Jahren auf der Suche nach einer funktionierenden Geschäftsmöglichkeit. Nach anfänglichen Bedenken machten sie im August 1949 bei Rehnborg mit und entwickelten sich zu Spitzenvertriebsleuten. Es folgte die Gründung einer gemeinsamen Firma, Ja-Ri Corporation

 

Verheiratet und beide Väter war klar, dass die Vitaminprodukte alleine nicht ausreichen würden, um die Familien zu ernähren. Auf der Suche nach geeigneten Produkten, um den Umsatz auf eine breitere Basis zu stellen, kamen sie zu einem Forscher in Ohio, der einen flüssigen, konzentrierten, ökologischen Reiniger entwickelt hatte: Frisk. DeVos und Van Andel kauften die Rechte an diesem Produkt und übernahmen die Erzeugung und den Verkauf unter dem neuen Namen L. O. C., Liquid Organic Cleaner. Noch heute hat dieses Produkt bei Amway die Artikel-Nummer 00001.

 

Aus der Firma Ja-Ri wurde die American Way Association, die bald darauf umbenannt wurde in in Amway. 1972 konnten die Gründer Rich DeVos und Jay Van Andel die Mehrheit am Vitaminunternehmen des Carl Rehnborg um 22 Millionen US-$ erwerben.

 

Die internationale Expansion führte 1975 zur Gründung von Amway Deutschland GmbH, 1980 zur Amway Schweiz AG und 1985 zur Amway Österreich GmbH.

 

Im Sog der Entwicklung von Amway von einem kleinen Betrieb in Ada, Michigan, zu einem international tätigen Familienkonzern entwickelte sich eine neue Branche, in der heute wie damals viele andere ihr unternehmerisches Glück versuchen. Das Fachblatt Direct Selling News veröffentlicht jährlich eine Liste der 100 umsatzstärksten Unternehmen, die seit acht Jahren von Amway angeführt wird.

 

Das Konzept von Amway ist seit Gründung unverändert. Produktion und Logistik liegen beim Unternehmen, der Vertrieb bei selbstständigen Geschäftspartnern. Bezahlt werden diese nach dem historischen Sales & Marketing Plan, heute Core Plan genannt, und dem Core+ Incentive Plan.  Das Unternehmen ist im Besitz der beiden Gründerfamilien, notiert nicht an der Börse und wird seit 2019 erstmals von einem nicht aus den Familien kommenden CEO geführt, Milind Pant.

 

In der Praxis war der Produktverkauf und der Geschäftsaufbau mit Sicherheit eine Herausforderung. Im Amerika von damals Haus um Haus aufzusuchen und die Produkte anzubieten, kann nur ein ständiges Wechselspiel von Erfolg und Niederlage gewesen sein. Es liegt auf der Hand, dass das Bestreben, Kunden zu Stammkunden zu machen, von größter Bedeutung gewesen sein muss. Meiner Einschätzung nach ist das Unternehmen deshalb von Anfang an gefordert gewesen, einzigartige Produkte (die man sonst nicht bekommt) von höchster Qualität anzubieten. Die hohe Bedeutung von Motivation und Anerkennung ist heute noch ein Charakteristikum im Zusammenspiel von Unternehmen und Vertriebspartnern und viele schätzen ihre Amway Geschäftspartnerschaft gerade wegen der Anerkennung, die sie im normalen Berufsleben so nie kennengelernt haben. Heute betreibt das Familienunternehmen Amway Online-Shops in allen EU-Ländern. Die Aufgaben der ABO's (Partner) sind im Vergleich zu früher sehr einfach geworden und lassen sich auf die aus dem Marketing bekannte AIDA-Formel reduzieren: Aufmerksamkeit bekommen, Interesse, Wunsch und eine Aktivität auslösen. 

Wolfgang Obermaier

Blog-Artikel sind die journalistische Meinung des Autors und unabhängig von der Meinung ggf. zitierter Personen oder Unternehmen. 

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